Vier Minus Drei - Tod & Trauer im Kino
Shownotes
Als Barbara wie aus dem Nichts durch einen Unfall ihren Mann und ihre beiden Kinder verliert, bricht eine Welt für sie zusammen. Der Verlust lässt sie am eigenen Lebenssinn zweifeln. Doch Barbara stellt sich ihrem Schicksal. Mutig und unkonventionell findet sie ihren Weg, mit der Trauer umzugehen. Schritt für Schritt erkennt sie, dass das Leben trotz allem weitergeht, wenn man es nur wagt, ihm neu zu begegnen.
„Vier Minus Drei“ ist ein neuer Kinofilm, der auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Barbara Pachl-Eberhart beruht, der seit dem 16. April in den deutschen Kinos läuft.
„Ich glaub das beste was ich tun konnte, war immer wieder zu zerbrechen; aufzubrechen.“, sagt Barbara Pachl-Eberhart in dieser Podcastfolge mit Mechthild Schroeter-Rupieper und Benni Bauerdick.
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo, wir sind Mächteltschröta Rupiper.
00:00:03: Und Benny Bauerdick und gemeinsam sind wir ...
00:00:10: Todesmutig.
00:00:19: Ja hallo!
00:00:20: Wir freuen uns dass ihr heute zuhört egal welcher Wochentag heute ist welche Uhrzeit gerade da ist Und ihr habt ja in der letzten Folge mitbekommen, dass wir mit Barbara zusammengesessen haben.
00:00:38: Es gab so viel zu erzählen und so viele zu fragen, das wir überlegt haben und dann gefragt haben, Barbara bevor du jetzt gleich nach Köln weiter gehst zum Kinofilm und dich dafür auch noch frisch machen musst.
00:00:52: Wir haben noch ein paar Fragen und gibts uns noch zwanzig Minuten deiner Zeit und danach so... Ja, gesagt.
00:00:59: Und deshalb bin ich jetzt wieder da!
00:01:02: Genau und
00:01:05: ich
00:01:05: starte gleich mit einer Frage die so wertvoll finde oder die Frage gar nicht aber die Antwort.
00:01:14: Du bist damals im Kino in Salzburg und bestimmt auch woanders gefragt worden Hast du dich jemals gefragt warum gerade ich... Warum ich?
00:01:25: Wieso ist mir das passiert?
00:01:27: Doch noch kleine Kinder, ich bin junger Mutter.
00:01:30: Ich bin auch ein guter Mensch und habe da nichts Böses
00:01:31: getan.".
00:01:33: Und
00:01:33: da hast
00:01:34: du gesagt... ...ich frag mich gar nicht warum ich?
00:01:39: Weil als Clownin habe ich im Krankenhaus gearbeitet und ich hab Eltern gesehen!
00:01:46: Den ist das passiert.
00:01:48: und wie kann ich mich dahinstellen und sagen warum gerade ich wenn ich doch weiß dass es so was gibt?
00:01:55: Dass es so passiert eben Und ich fand das so eindrucksvoll und hoffe, dass es auch meine Haltung ist, wenn etwas passiert.
00:02:07: Manchmal bin ich darüber nachdenken, wenn ich mitbekomme, dass Menschen mit Gott hadern.
00:02:12: Das geht mir gar nicht darum zu sagen, Arneu, das würde ich jetzt nicht machen.
00:02:15: aber ich frage mich dann manchmal,
00:02:17: so
00:02:18: würde ich da hadern oder nicht?
00:02:20: Oder bei Schwierigkeiten die in meinem Leben auftauchen Wenn ich weiß, da hat mir ein anderer bewusst
00:02:27: etwas
00:02:28: zugefügt.
00:02:29: Dann ist die Frage so was soll das?
00:02:32: Ja aber dann fragt man sich ja auch nicht warum ich sondern der macht er sowas.
00:02:37: Aber da habe ich gedacht auch dass kann auch wenn sich das vielleicht für manche Leute unverständlich anhört aber auch das kann heilsam sein diese Haltung die du da eingenommen
00:02:48: hast.
00:02:50: Ich glaube, wir haben im letzten Podcast ja schon gesagt wie toll ich das finde.
00:02:54: Wie du immer einerseits nachfragst und andererseits Beispiele bringst aus einem anderen Kontext, der einem manchmal zeigt, wie man sich gedanklich in Sackgassen verirrt hat und auch so wunderbare Gegenfragen immer stellst.
00:03:07: Und ich find so Gegenfragen sind wirklich wertvoll und man kann verschiedene Gegenfrage stellen nämlich zum Beispiel warum gerade mir eben zum Beispiel Warum, wenn ich sehr weitere und sage warum passiert das uns jetzt im weiteren Sinn als Menschheit?
00:03:21: Warum passiert sowas?
00:03:23: Ja weil das Leben eben auch den Tod beinhaltet.
00:03:26: Und andererseits habe ich mich auch gefragt ja warum denn nicht ausgerechnet mir was zeichnet mich denn aus wie besser anders als andere Menschen?
00:03:35: nein und dann habe ich mir noch auf einer dritten Ebene Irgendwann dann schon recht bald, auch wie ich zu schreiben begonnen habe und viel mit meinen Kollegen, Kleinkollegen auseinandergesetzt hab.
00:03:47: Und einfach schon ein bisschen geschaut aber auf Wie läuft meine Trauer so?
00:03:51: Habe ich mir dann irgendwann auch wirklich schon die Antwort gegeben ja wenn es irgendjemandem sagen wir aus unserem Freundeskreis oder aus unserer Dorfgemeinschaft passiert wäre bin ich wirklich die letzte und schlechteste Wahl dafür Auch auf der Ebene die Antwort gegeben.
00:04:08: Erstens, ich war zum Beispiel mit dem Krankenhausvertraut.
00:04:12: Ich habe zehn Jahre genau an dem Ort gearbeitet, wo ich dann von meinen Kindern Abschied genommen hab und dieses Krankenhaus war mir ein guter Ort.
00:04:19: Ich hatte keine Angst vor den Vorgängen.
00:04:23: Die Gerüche haben mich nicht gestört.
00:04:26: also auf dieser Ebene.
00:04:27: Dann natürlich auch diese ganze Klauenart in der ich gelebt habe, die mir innerlich so viel geholfen hat.
00:04:34: Dann die Art, wie ich mich ausdrucken könnte.
00:04:37: Mein spiritueller Zugang, der mir sehr geholfen hat.
00:04:39: Also ich glaube tatsächlich dass es viele andere gegeben hätte in unserem Dorf, in unserem Freundeskreis, die vielleicht doch mehr daran nicht nur zerbrochen sondern verbittert wären.
00:04:52: und deshalb ja... glaube ich jetzt nicht, dass sich deshalb speziell das Schicksal mich ausgesucht hat.
00:04:59: Weil es ist ja auch wieder so eine komische Angewohnheit, dass wir dann manchmal abergläubig sind und vielleicht denken okay wenn ich mich jetzt präventiv mit sowas vorbereiten dann passiert's mir auch?
00:05:10: Nein die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering würde ich mal sagen.
00:05:13: und ich glaub Vorbereiten ist immer besser.
00:05:15: oder sich gedanklich mit Dingen auseinandersetzen heißt nicht, was man magnetisch heranzieht.
00:05:20: Wenn das nämlich funktionieren würde ich setz mich schon ziemlich lang mit einem Lotto gewinnen auseinander gedanklig Hat bis jetzt nicht funktioniert, also warum soll es dann ausgerechnet im Negativen so sein?
00:05:32: Ja.
00:05:33: Es war übrigens, wenn hier Nebengeräusche da sind.
00:05:36: Das ist die Straßenbahn, die hier am Haus vorbeifährt unten weil wir hier das Fenster aufgemacht haben und manchmal ist es ja gut zu wissen welche Geräusche sind im Hintergrund dann verschwinden sie wieder.
00:05:50: Benni und ich haben uns im Vorfeld unterhalten und haben gesagt ach, da würden wir auch noch ganz gerne darüber sprechen.
00:05:56: wie war das denn nachdem das Buch erschienen ist?
00:06:00: Warst du auch bekannt?
00:06:00: Viele Leute haben es gelesen.
00:06:02: Ich glaube, das ist bis auf koreanisch übersetzt worden.
00:06:05: Das fand ich so großartig einfach und wenn Du Lesungen gemacht hast da sind ja viele Leute zu Dir hingekommen und gesagt, ich fühle so wie Du Und die...das Gefühl hatten sie kennendlich innen und auswendig.
00:06:23: aber das Buch ist ja ein Teil davon.
00:06:28: Und jetzt kommt der Film, hat Benny gesagt.
00:06:31: Und jetzt kann das ja nochmal eben so kommen.
00:06:34: Erinnerst du dich an die Zeit nach dem Buch?
00:06:36: Ohja natürlich erinnere ich mich und es war wirklich eine schwierige Zeit wo ich so irgendwie... Hat sich wie ein Seiltanz angefühlt Weil einerseits natürlich habe ich durch dieses Schreiben, mit dem Schreiben hab' ich mir schon für eine Zeit einen Sinn gegeben.
00:06:52: Ich hatte ja sonst nicht viel zu tun und habe geschaut wie geht jetzt mein Leben weiter?
00:06:56: Und da hat mich das Buch auch wirklich bewusst nicht geschrieben um mir selbst zu helfen sondern habe vier minus drei immer geschrieben aus dem Gedanken aus alles was sich in meinem Weg, auch in meiner Therapie Begriffen, Verdauert und verarbeitet habe.
00:07:14: Und wo ich schon irgendeinen Goldfaden drin finde das kommt dann ins Buch.
00:07:19: Ich wollte ein hilfreches Buch schreiben auch weil ich selber so ein Buch sehr gerne gelesen hätte und es nicht gefunden hab.
00:07:25: Deshalb dachte ich dann irgendwann gut jetzt muss ich's schreiben.
00:07:28: Also der Wunsch Menschen zu helfen mit dem war da.
00:07:32: Und gleichzeitig ist mein Weg eben, ich bin kein Rat.
00:07:35: Ich war keine Trauerexpertin gewesen.
00:07:37: Ich hatte ja nichts anderes als meine eigene Geschichte und das heißt, ich habe meine Geschichte wirklich sehr transparent gemacht, sehr geöffnet.
00:07:44: Und jetzt ist es ja menschlich logisch wenn sich einer so sehr öffnet dass der andere sich auch öffnen will oder da eine ganz tiefe Herzensverbindung entsteht.
00:07:57: Also das war für mich völlig nachvollziehbar und ich habe aber trotzdem dann sehr bald erkennen müssen, dass es in dieser Fülle... also es war quasi eine... Ich möchte jetzt nicht sagen gegen.
00:08:07: Aber eine sich gegenübergestellt sehend zu hunderttausend oder mehr Menschen die sich alle mir so nah gefühlt haben und am liebsten eine freundschaftliche intime Beziehung zu mir gehabt hätten mit dieser Füllung umzugehen ist echt schwer!
00:08:23: Das kann man als Mensch glaube auch nicht so gut fassen.
00:08:26: Und da weiß ich, ich habe mich sehr überfordert.
00:08:32: Weiß noch an einem Abend habe ich es dann wirklich gesagt vor dem Signieren der Bücher habe ich gesagt jetzt persönliche Gespräche beim Signieren das kann nicht.
00:08:41: Das ist zu viel und ich habe an diesem Abend spontan Standing Ovation bekommen weil ich scheinbar viel nach aus dem Herzen gesprochen habe oder weil sie mir dankbar waren für den Mut meine Grenzen auch zu setzen.
00:08:54: Jetzt beim Film.
00:08:54: interessanterweise merke ich, dass ich ganz anders angesprochen werde.
00:08:59: Scheinbar nach achtzehn Jahren als jemand die mir inzwischen ja auch schon fünf Bücher geschrieben hat, werde ich schon mehr gesehen als in dem was ich daraus gemacht habe.
00:09:08: Auch in meinem ganz individuellen Lebensweg und Lebenswerk.
00:09:11: Das wird auch manchmal so beachtliche Frau mit beachtlichem Lebenswerk ist jetzt kürzlich gestanden.
00:09:17: das hat mich extrem gefreut.
00:09:19: einerseits Würdigung und andererseits Ja Ich bin nicht mehr die Betroffene und ich bin auch nicht die, die sich verpflichtet oder berufen fühlt trauernden Menschen zu helfen.
00:09:32: Ich kann vielleicht Inspiration sein?
00:09:34: Ich kann eine sein, die eben so eine Art von Erlaubnis also ein Leben des Erlaubnissgeberin ist geht einen Weg traurig, traurige auch unkonventionell zu sein.
00:09:44: Vertraue Das bin ich gern.
00:09:47: Aber helfen und begleiten, zuhören ... Da gibt's so viele, die das beruflich machen, die es viel besser können.
00:09:54: Dich zum Beispiel mechthält oder all die vielen, die du ausgebildet hast in den vielen Jahren seit wir uns kennen?
00:10:01: Benny!
00:10:02: Genau, mich hast du auch ausgewildert mit an die Hand genommen in aller Zeit.
00:10:07: Aber Barbara, ich hab mich noch gefragt, wie es trotzdem für dich ist jetzt, den Film zu sehen.
00:10:14: auch die Schauspielerin Valerie Pachner zu sehen auf der Leinwand.
00:10:18: Siehst du dich in ihr, siehst du deine Geschichte?
00:10:22: oder kannst du das sehen wie ein Film?
00:10:25: Sowohl als auch.
00:10:27: und also Valérie ist das Schöne an Valérie.
00:10:30: Sie hat mich so tief durchdrungen und kann all diese Emotionen, die ich hatte in der Zeit wirklich so gut darstellen und auch spürbar und nachvollziehbar machen.
00:10:41: und gleichzeitig ist sie vom Typ eigentlich ganz anders als ich.
00:10:45: Ich bin ja mehr so der Quirdl und das Bringensfeld, sie ist ein sehr verinnerlichter und so ein ernsthafter Mensch eigentlich obwohl sie gern lacht aber so sie hat grundsätzlich dieses ernsthafte.
00:10:59: Und wenn man uns beide jetzt sieht weil er auf der Bühne und mich vielleicht hört oder beim Publikumsgespräch dann merkt man wie unterschiedlich wir sind und merkt aber also die gute Nachricht daran ist hey es können nicht nur einzelne Persönlichkeitstypen frei oder positiv oder lebenszugewandt trauern, sondern es kann jeder.
00:11:19: Also Valerie sagt auch sie hat schon da einen Weg für sich eine Möglichkeit erkannt die ihr vorher vielleicht nicht offen gestanden wäre durch die Auseinandersetzung.
00:11:29: aber jetzt hat sie das.
00:11:30: denkt sie sich ja ich hätte was woran ich anknüpfen kann wenn ich traueren würde oder wenn mir sowas passieren würde Auch durch den Clown natürlich.
00:11:42: Ich habe mich auch noch gefragt wie viel Barbara steckt am Ende im Film.
00:11:46: Also klar, es ist quasi dein autobiografischer Roman und die Verfilmung.
00:11:51: Aber konntest du auch dem Regisseur quasi Dinge mit an die Hand geben?
00:11:56: Duftest du entscheiden wie am Ende die Bildsprache ist, wie eine Szene aussieht?
00:12:01: Wer überhaupt Schauspielerin oder Schauspieler wird.
00:12:03: hattest du da irgendwie Mitspracherecht?
00:12:06: Ich war sehr stark eingebunden.
00:12:09: Gleichzeitig war das Vertrauen riesig, im Grunde habe ich auch gesagt macht was ihr wollt.
00:12:12: es wird gut weil ich glaube die Hauptentscheidung habe mit meinem Ja zum Adrien Goldgeiger getroffen.
00:12:18: der hat auch eine sehr charakteristische Art Dinge zu erzählen eine sehr karakteristisch Bildsprache zB auch weil er sehr viel mit der Handkamera arbeitet und sehr nah an den Gesichtern und Darstellern dran ist weil er auch viel über Improvisation geht.
00:12:32: Er erzählt ihm, mit Kindern muss man ja improvisieren also er kann gar nicht alles planen das heißt er muss den Schauspielern folgen mit der Folge dass er jetzt die totale Lichtstimmung erzeugen kann wo der Schauspiller genau weiß da musst du stehen dann fällt das Licht so glühend orange auf dich und wir zeugen Stimmungen übers Licht.
00:12:52: bei ihm werden die Stimmung eigentlich wirklich über die Menschen und über die Interaktionen und eben teilweise über dieses ganz spontane im Film Erzeugt.
00:13:00: und eine irrsinnig schöne, also ja so in der Zusammenarbeit.
00:13:04: Es war jetzt eher nicht ich die die ihnen ganz viel erzählt hat im Sinne von das muss rein dass muss rein sondern andersrum.
00:13:10: Ich war die Quelle diese ständig anzapfen konnten und es waren teilweise kurze WhatsApp Nachrichten dich dann gleich beantwortet habe.
00:13:18: Teilweise waren es ewig lange Gespräche mit Senat dem Drehbuchautor wirklich vier fünf Stunden mehrere Male Adrian auch zwei drei mal sehr lange Gesprächen Und dann eben oft zu punktuell.
00:13:29: noch vom Dreh hat er mich angerufen und mit Valerie Pachner habe ich mich auch lang getroffen und kennengelernt.
00:13:36: Ansonsten bei den Hauptdarstellern Warn habe ich eher nur die Frage gekriegt.
00:13:41: Die haben uns zugesagt, Juhu bist du eh einverstanden?
00:13:44: und bei beiden war ich absolut einverstandene.
00:13:47: Bei den Nebenrollen habe ich immer vom Casting so drei Vorschläge bekommen und hab dann spontan gesagt Nummer eins, Nummer zwei, Nummer drei gefällt mir am besten Und das war eigentlich nicht immer der
00:13:57: Mensch
00:13:57: denn die auch bevorzugt haben.
00:13:59: wir waren uns da einfach einig.
00:14:02: Ich habe ja den Seennat und den Adrian kennengelernt um die Valerie und übrigens die Stefanie
00:14:12: Reinsperger,
00:14:12: genau.
00:14:14: Da habe ich mich so drüber gefreut weil es ist ja die Tatortkommissarin hier.
00:14:20: aber Ich fand die Haltung von denen einfach auch so wertvoll und von da kann ich das nachvollziehen dass du sagst ich konnte das einfach.
00:14:26: ich konnte einfach sagen macht ihr macht es gut Weil der Adrian hat auch darüber gesprochen hat eben gesagt dass sie ihm auch so wichtig dass auch die Schauspieler die Nebenrollen haben dass sie wahrgenommen werden und dass sie wertgeschätzt werden.
00:14:41: Und das nicht die eine Hauptperson da drin ist, sondern die anderen sind einfach Schmücknis bei Werk.
00:14:48: Das macht dann auch so ein Film am Ende eben aus.
00:14:52: Die Leute sagen nur ... So erlebe ich es gerade von denen, die ihn schon gesehen haben, dass sie sagen, man ist mitten drinnen.
00:15:02: Es ist authentisch auch.
00:15:07: Der ist echt ... Das ist echt wahrhaftig.
00:15:09: Ist das einfach so?
00:15:11: Und ich glaube, dass hat auch was mit dieser Haltung eben zu tun, dass es einfach nicht ein Schau laufen ist.
00:15:19: Die haben eine gute Geschichte gekriegt und da haben wir etwas Tolles rausgemacht.
00:15:22: Sondern da gehören ganz viele Menschen zu und da gehört ganz viel Wertschätzung einfach auch zu.
00:15:31: Auf jeden Fall!
00:15:32: Das große Hauptdrollen im Film ist natürlich Heli, also Robert Stadelober.
00:15:36: Und das ist für mich ja auch so schön dass Heli ins dem was er wirklich Leben zu geben hatte und in dieser Strahlkraft.
00:15:44: Er hat es halt im echten Leben nie auf die großen Bühnen geschafft wo er gerne hingekommen wäre aber jetzt ist er halt im Kino.
00:15:50: Tausende, tausende Menschen sehen ihn und nicht nur sehen ihn sondern spüren ihn.
00:15:56: Und glaube ich können wirklich was mitnehmen von der Art wie er das Leben gesehen hat die sehr unkonventionell war und sehr groß finde ich
00:16:05: Ja und du hast ja dann auch ein zweites Buch geschrieben, was einfach ganz wertvoll ist.
00:16:12: Und ich kann das nur traurigen Menschen empfehlen aber auch Trauerbegleitenden empfehle, dass auch zu nutzen für Impulse, aber auch allen anderen Menschen die sagen Mensch Ich bin da gerade so angefixt und würde gerne mehr lesen weil sich vor damit auseinanderzusetzen Wie würde ich denn vielleicht reagieren?
00:16:35: Und da gibt es so ein Märchen drin, was du geschrieben hast.
00:16:39: Ja also da habe ich mich eben auch mit dieser Frage warum gerade ich auseinandergesetzt?
00:16:45: wie kann ich die umkreisen und runden?
00:16:47: Und da habe ich so eine Geschichte erfunden, von ihr habt ihr gesagt das ist eine Kunsthochschule und da lernt man alles was mit Kunst zu tun hat.
00:16:55: Es gibt einen ganz weißen Direktor mit langem weißen Rauschebad und die Studenten am Ende ihrer Ausbildung kriegen dann nur eine Aufgabe sie sollen ein Theaterstück schreiben Und dann setzen sich die zusammen und in meiner Geschichte fangen, die dann alle zu streiten an.
00:17:10: Weil jeder glaubt seine Idee ist die bessere und noch besser.
00:17:13: Die sind halt alle hochbegabt und super!
00:17:15: Und machen das alles toll.
00:17:16: Aber zusammen kriegen sie es nicht auf die Reihe unter Direktor.
00:17:19: Der weiß das schon weil das in jedem Jahrgang so ist sondern kommt da irgendwann rein und sagt wisst ihr was wir machen das anders?
00:17:24: Ihr schreibt mir einfach auf Zettel Alles was ihr in diesem Stück zeigen erleben und erfahren wollt.
00:17:32: Und ich sammel alle Wünsche und ich werde jeden einzelnen berücksichtigen, und ich werd euch das Stück schreiben.
00:17:39: Dann sagt er aber noch dazu Wenn ihr da neue Rolle kriegt es kann sein dass da Dinge drin steht die euch nicht gewünscht habt oder die euch überraschen.
00:17:49: Das ist dann etwas was sich jemand anderer gewünschte wofür wir euch brauchen.
00:17:55: Das breche ich dann runter auf zum Beispiel meinen Lebensweg.
00:17:59: Die Barbara, die sagt hey!
00:18:00: Ich möchte echt Mama sein.
00:18:02: Ich möchte Kinder haben und ich möchte durch und durch Mama sein Und ich möchte Clown sein aber auch einen langen tiefem Weg der Reflexion gehen.
00:18:14: Und ich will auch Schriftstellerin sein und alleine lange auf weite Lesereisen gehen Wenn angenommen meine Seele hätte mir das gewünscht.
00:18:25: Und dann gab es vielleicht ein anderes Wesen, das ich gewünschte.
00:18:28: Ich möchte diesmal nur kurz kommen und nur die allerbesten Seiten des Lebens kennenlernen.
00:18:33: Und ein anderer sagt, er möchte ganz frei sein und ich möchte die
00:18:38: ganze
00:18:39: große Bühne erreichen mit meiner Botschaft!
00:18:42: Aber ich möchte jetzt auch nicht so lange leben... Also wenn man das alles zusammenrechnet, dann könnte man davon ausgehen dass dafür alle das Geschehen ist was sie wollten.
00:18:53: Und trotzdem waren halt auch Aspekte dabei, die sich keiner von uns gewünscht hat.
00:18:57: Die aber fürs große Ganze einfach notwendig waren.
00:19:01: Mhm!
00:19:03: Und so glaube ich auch... Weißt du?
00:19:05: Man redet so oft über was ist das Sinn meines Sinnen?
00:19:08: und ich such meinen Sinnen.
00:19:09: Aber können wir den Sinn einzeln in der Ich-Form formulieren?
00:19:16: Ich glaub nicht.
00:19:18: Ich glaub, Sinn ist etwas, was viel größer ist als jedes einzelne Leben
00:19:24: Das große und ganz.
00:19:25: vielleicht verstehen wir das dann irgendwann am Ende.
00:19:28: Die Hörerinnen, die unser Podcast erfolgen kennen das sicherlich schon.
00:19:32: Aber als meine Mutter gestorben ist, die warst du im Sterbeprozess und ich hab gesagt und fürchtest du des Sterben?
00:19:39: Und da hat sie sich ... Sie, die schon mit einem Fuß drüben war dreht sich um und strahlt mich an und sagt nein!
00:19:46: Ich bin schon so gespannt und es wird bestimmt ganz interessant.
00:19:51: Dann werden wir einfach wissen ob dass diese Geschichte ist oder ob es eine andere Geschichte ist, das wird man dann sehen.
00:20:02: Ob's dunkel is'.
00:20:04: die Klappe fällt oder was anderes da ist.
00:20:08: Ich
00:20:09: sage noch dazu, weil es heißt ja auch wenn du stirbst dann gibt's diesen Lebensfilm und dann siehst du nicht nur dein ganzes Leben nochmal sondern du siehst das auch durch die Augen und Herzen aller anderen mit denen du zu tun hast hattest und auf die du irgendwie Einfluss hattst.
00:20:23: Und wenn du fragst Benni wie gehts mir beim Film?
00:20:25: Dann ist das auch so ein Aspekt ich sehe in diesem Film nicht nur mich sondern ich seh all die Anderen und eben den Helia als Zweiten aber kleinen Nebenfiguren und kann mich durch ihn sich auch hineinversetzen.
00:20:36: Und als Beispiel meine Schwiegermutter, die jetzt im echten Leben und im Film noch extremer wirklich so ein Gegenpol ist – weil sie auch für dieses ganze konservative und altergebrachte steht in der Trauer – und die hat aber im Film auch eine Würde.
00:20:54: Da gibt es eine Szene wo Sie am Begräben ist von diesen bunten und lebensbejahenden was ich inszeniert habe völlig überfordert ist und in wirklich ganz bitteren Tränen dasteht.
00:21:06: Und der Adrien sagt, er hat das gesehen auf dieser DVD also auf dem Mitschnitt des Begräbnisses, da er angefertigt wurde von dem ich lang gar nichts wusste.
00:21:15: aber er hat sich eben so oft angeschaut vom Originalbegräbenis und er hat diese Träne gesehen und in den Film gebracht.
00:21:22: und es hat mich irrsinnig berührt das so zu sehen und mit ihr mitzufühlen.
00:21:26: Und die Schwiegermutter und auch der Schwiegervater, die werden sicherlich hin- und hergerissen gewesen sein.
00:21:31: Auf einen Seite diese Form zu haben und auf einer anderen Seite ja ihren Sohn auch zu kennen wie er war und vielleicht auch gar nicht so wahr, wie sie sich ihn gewünscht haben.
00:21:42: Eltern wünschten sich ganz häufig irgendwie noch ein bisschen was anderes oder so Auch dieses eben was ich einfach wertvoll finde.
00:21:55: Ich habe diese Geschichte auch bei mir in der Arbeit genutzt und für mich genutze.
00:22:00: Und du hast dann ja noch Bücher geschrieben über das Schreiben, und du gibst Schreibseminare und du hast sie auch schon im Lavierhaus gegeben.
00:22:07: Du wirst auch im November wieder ein Seminar da geben.
00:22:11: Und ich kenne mittlerweile so viele Leute sowohl von Lavier aber auch von auswärts mit denen es immer nochmal hin und wieder Kontakte gibt die
00:22:22: wo du
00:22:23: auch wieder so ein Stück Wegbegleiter auf dem Weg warst durch diese Schreibseminare und Menschen, die in Krisen gekommen sind, aber auch in ganz guten Situationen gekommen waren.
00:22:34: Und die wir dann an einem Blickwinkel bekommen haben und die Handwerkszeuge an die Hand bekommen haben.
00:22:40: Das denke ich ist einfach auch nochmal so wichtig, was du durch deinen Schreiben eben so mitgibst.
00:22:47: Und du kennst selber auch Schreibseminar bei uns aus dem Haus und welchen Wert das haben kann in der Trauerarbeit aber überhaupt im Leben auch?
00:22:59: Ich hab noch!
00:23:01: Einen letzten Punkt, der mir gerade noch mal kam.
00:23:05: Der mich einfach sehr berührt hat auch noch einmal im Film.
00:23:07: Aber deswegen würde ich's gerne nochmal sagen weil wir grade so über den Sinn gesprochen haben.
00:23:10: und wie blicken wir zurück wenn der Tod dann vielleicht oder wir selber im Sterben sind, wenn wir ein Leben hinter uns haben?
00:23:20: Da sagt der Robert Stadlober oder der Heli im Film, dass er ... Clowns so sehr mag.
00:23:27: und weil bei Clown's, wenn man sie sich anguckt.
00:23:31: Man sieht wie Sie gelebt haben und was Sie alles durchlebt haben.
00:23:36: Und dass er sich wünscht selber ein alter Clown zu werden damit die Leute sehen was er alles erlebt hat.
00:23:43: Das fand ich gerade irgendwie einfach... Das hat mich so berührt, als ich euch so zugehört habe über den Sinn des Lebens und musste einfach noch mal an dieses Zitat aus dem Film denken.
00:23:53: Ja
00:23:53: der alte Klang kommt ja dann im Film auch vor am Ende.
00:23:57: das ist eine unglaublich große und berührende Szene Und die haben sie wirklich am letzten Drehtag gedreht und Valérie sagt dass sie so dankbar ist, dass der Adrien das wirklich so getimt und so gelegt hat.
00:24:08: Dass sie ganz am Schluss diesem alten Clown in die Augen schauen konnte.
00:24:11: Und für Sie war es dann auch so der Abschluss dieses ganzen Drehes und auch der Abschied vom Heli.
00:24:16: letztendlich
00:24:20: Wir könnten ewig weiterreden mit ihr Barbara, weil wir beide auch mächtet und ich gesagt haben in so vielen Szenen des Films.
00:24:28: Und auch das Buch, es steckt so viel Ware aus der Trauerarbeit, aus unserer Arbeit mit trauernen Menschen.
00:24:33: deswegen können wir eigentlich unseren Hörerinnen und Hörern nur noch mal sagen kauf das Buch und schaut den Film.
00:24:40: Auf jeden Fall!
00:24:43: Und besucht Schreibseminare.
00:24:45: Das ist jetzt hier eine unbezahlte Werbung, möchte ich darauf hinweisen!
00:24:48: Aber besucht Scheibseminar.
00:24:50: und wenn ihr ein Buch schreiben wollt... Schaut einfach mal bei Barbara auf der Seite nach.
00:24:57: Ich kann das wirklich nur empfehlen, weil ich so viele gute Rückmeldungen habe.
00:25:04: Das ist
00:25:05: anstelle vom Blumenstrauß jetzt auch noch einmal mitgegeben.
00:25:10: Ja danke und ich teile ihn gleich mit dem Prinzip des Schreibens, ja?
00:25:14: Weil es einfach wirklich was ganz Wunderbares ist!
00:25:21: Benni, du hast den
00:25:24: Film heute Morgen gesehen.
00:25:26: Wir durften ihn einmal noch mal auf dem PC anschauen weil wir diesen Podcast machen.
00:25:35: und was hat das von Gefühlen ausgelöst?
00:25:41: Du hast ihn heute morgen geguckt.
00:25:43: Hast du geweint bist du heute innerlich verweint oder warst du dankbar und fröhlich?
00:25:49: Das wäre jetzt meine letzte Frage an dich.
00:25:54: Ich glaube,
00:25:54: das passt so ein bisschen zu einer Frage die ich im Kopf gehabt hätte auch noch an Barbara.
00:25:58: So die Frage von was soll der Film bewirken bei Menschen, die ihn gesehen haben?
00:26:03: Weil bei mir war es eine Achterbahnfahrt der Gefühle von allem.
00:26:07: also Es war Ja, ich habe das auch in der letzten Folge gesagt so dass Herz berührt Im schmerzhaften und im schönen.
00:26:17: Und das hat so viel ausgelöst irgendwie so vieles über das wir gerade gesprochen haben.
00:26:23: was ist der sinn des lebens und welche herausforderung haben wir im leben?
00:26:27: wie gehen wir damit um?
00:26:29: ich fand dass war so ein film oder es ist einfach eine geschichte.
00:26:34: du als mensch bist dann auch quasi so etwas wo man sich denkt ja so möchte ich mit krisen umgehen so möchte vielleicht mich Herausforderungen stellen.
00:26:47: Und irgendwie hat es mich bestärkt, also dieser Film auch noch mal in der Intensität der Bilder und der Emotionen hat mich irgendwie nochmal gestärkt zu sehen, dass passieren Dinge im Leben die scheiße sind.
00:27:02: Da steckt trotzdem so viel Liebe drin all dem.
00:27:07: Das hat mich berührt in dem Film.
00:27:10: Ich glaube was ich hoffe, was Menschen mitnehmen ist ... dass sie von der Figur sich abschauen, wie es wirklich geht, sich dem Leben anzuvertrauen.
00:27:20: Nämlich erstens sich selbst zu vertrauen und einfach den Weg zu gehen, den man selber als den Richtigen empfindet aber dann letztendlich auch dem Leben das Mitreden zu übergeben und sich eben nicht nur ans eigene festzukrampfen.
00:27:36: Und ich glaube auch was man als Publikum im Zuschauern wirklich erleben kann ist glaub ich... Also mir ist immer so wichtig zu sagen Das Gegenteil ist nicht trauern oder fröhlich sein, sondern das Gegenteils ist
00:27:48: fühlen
00:27:49: oder nicht fühlen bzw.
00:27:51: verhärten.
00:27:52: und in diesem Film kann man wirklich in diesen zwei Stunden alle Gefühle haben teilweise gleichzeitig, teilweise knapp hintereinander.
00:28:00: und dann
00:28:01: wenn man das zweistundenlang erlebt geht man vielleicht raus und macht weiter damit.
00:28:09: Das macht ihr vielleicht auch, wenn ihr ihn euch anseht.
00:28:14: Mach das.
00:28:15: Geht in euer Kino des Vertrauens und empfiehlt es weiter, empfiegt den Film weiter.
00:28:22: Und ja... Danke Barbara, dass du dir die Zeit genommen hast, dass wir dich in deinem Hotelzimmer zwischen den vielen Terminen besuchen durften!
00:28:29: Sehr sehr gerne und ich hoffe
00:28:31: auf ein nächstes Mal!
00:28:32: Gerne und vielen Dank!
00:28:44: Habt ihr
00:28:45: Wünsche über
00:28:45: welches Thema wir in einer der nächsten Folgen sprechen sollen?
00:28:48: Dann schreibt uns gerne über Instagram.
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